In Schlingen nach Schlögen

Die Straßen im Mühlviertel sind bekanntlich verschlungen – daran haben wir uns längst gewöhnt.
Und doch überrascht uns die Routenplanung auch diesmal wieder mit extravaganten Kurven sowie stetigem Auf und Ab entlang der Strecke bis nach Schlögen, wo wir die markante Donauschlinge aus der Nähe bestaunen wollen.

In Schlögen angekommen, trennen wir uns: Ein Teil von uns gönnt sich im Schatten eines gemütlichen Lokals eine wohlverdiente Pause von der heißen Anfahrt, der andere wagt die steile und kurvige Auffahrt zum kleinen Parkplatz oberhalb der Schlinge. Von dort geht es weiter zu Fuß Richtung Aussichtsplattform – optimistisch, aber die Herausforderung des Wegs ein wenig unterschätzend.
Kurz gefasst:

Zuerst bergauf – „Ah, wie schön, Bewegung!“
Dann bergab – „Puh, endlich!“
Wieder bergauf – „OMG…“
Und schließlich wieder bergab.

Doch kaum ist die Erleichterung da, steht plötzlich ein Schild: „Donauschlinge – 300 Meter.“
DREIHUNDERT METER?! Ja, Luftlinie! Und natürlich mit ein paar zusätzlichen Höhenmetern.
Offenbar dachte sich die Routenplanerin: „Wenn schon Schleifen drehen, dann aber richtig!“

Die Aussicht belohnt uns für alle Mühen, und am Ende war auch die rund 20-minütige Wanderung halb so schlimm. Nur das Motorradgewand ist eben nicht gerade die ideale Wanderkleidung.

Zurück bei den Maschinen kommen wir noch mit einer Gruppe aus Graz ins Gespräch, bevor es wieder hinunter nach Schlögen geht. Dort suchen auch wir den Schatten, bevor die Fahrt weiterführt: zunächst ein Stück der Donau entlang, dann über die Brücke in die hügelige Landschaft, bis wir bei Obermühl erneut ans Ufer gelangen. Hier sticht ein alter Getreidespeicher ins Auge, direkt neben der Fähranlegestelle.

Wir warten, bis das Boot anlegt, und werden anschließend vom Fährmann wie Sardinen eng zusammengeschlichtet. Sogar Sabines Auto findet noch Platz – sie begleitet uns die ganze Zeit im Wagen und verliert nur selten kurz den Anschluss.

Die Überfahrt erfrischt uns angenehm. Auf der anderen Seite geht es schattig entlang und oberhalb der Donau weiter, bis wir sie noch einmal queren und den Kurs Richtung Bad Leonfelden einschlagen. Dort gibt es Sprit für die Maschinen, Eis für uns – und zurück im Hotel schließlich auch ein kühles Bad im Swimmingpool.

Nach so viel Wanderfleiß darf es zum krönenden Abschluss beim Abendessen auch noch eine Nachspeise sein. Morgen früh verstreuen wir uns wieder in alle Winde – doch es waren wunderbare gemeinsame Tage, und das nächste Treffen ist schon fix eingeplant.

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