Paddel statt PS

ein unvergesslicher Tag auf der Moldau

Nach einem gemütlichen Frühstück hieß es um 9:30 Uhr: Motoren starten und los geht’s! Über kleine, kurvenreiche Straßen führte uns die Route rund eineinhalb Stunden lang nach Český Krumlov. Schon die Anfahrt war ein Genuss, doch das eigentliche Abenteuer sollte erst beginnen.

In Český Krumlov teilten wir uns in zwei Gruppen. Die eine Gruppe parkte nahe der Altstadt und machte sich zu Fuß auf Entdeckungstour durch die verwinkelten Gassen. Besonders für jene Teilnehmerinnen, die die Stadt noch nie besucht hatten, war das ein echtes Highlight.

Die größere Gruppe hatte jedoch andere Pläne. Für uns ging es noch ein Stück weiter entlang der Moldau zum Camp Vltava, wo Kanus und Flöße auf uns warteten. Nach einer kurzen administrativen Runde mit den freundlichen jungen Herren an der Anmeldung wurde schnell klar: Motorradjacken, Helme und Stiefel sind zwar perfekt fürs Fahren auf zwei Rädern, fürs Paddeln allerdings eher ungeeignet. Also hieß es umziehen und hinein in die deutlich wasserfreundlichere Ausrüstung.

Schon wenig später ließen wir die Kanus ins Wasser und machten uns mit unseren neuen „Fahrzeugen“ vertraut. Zugegeben: Für ein Kanu braucht man keinen Motorradführerschein, aber ein wenig Übung schadet definitiv nicht. Anfangs drehten sich manche Boote lieber im Kreis, als geradeaus zu fahren, doch nach kurzer Zeit fanden wir unseren Rhythmus und glitten gemeinsam über die Moldau.

Die Perspektive vom Wasser aus war einfach traumhaft. Gemächlich paddelten wir durch die Landschaft und konnten Český Krumlov einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel erleben. Doch ganz ohne Herausforderungen sollte dieser Tag nicht verlaufen.

Mitten auf der Strecke wartete eine unerwartete Aufgabe auf uns. Eine Brücke wurde gerade saniert und durfte weder mit Kanus noch mit Flößen unterfahren werden. Also hieß es: raus aus dem Wasser! Dank unserer großen Gruppe wurde schnell organisiert, angepackt und gemeinsam geschleppt. Die Boote wurden gruppenweise über den Schotter rund um die Baustelle getragen und hinter der Sperre wieder eingesetzt. Bei sommerlichen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein war das durchaus schweißtreibend, doch gemeinsam meisterten wir auch diese Hürde mit viel Humor und Teamgeist.

Am Ausstiegspunkt teilte sich unsere Gruppe erneut. Einige warteten entspannt auf den Shuttlebus, der uns zurückbringen sollte, während andere beschlossen, noch einmal zu Fuß durch die wunderschöne Stadt zu schlendern. Diese Entscheidung hatte durchaus ihre Vorteile: Hier ein Eis, dort ein Kaffee und noch einmal die besondere Atmosphäre der Altstadt genießen – was will man mehr?

Wie so oft auf Reisen spielte uns schließlich auch noch der Zufall in die Karten. Eine kleine Gruppe konnte sogar noch einen Bus anhalten, der sie freundlicherweise das letzte Stück bis zum Camp zurückbrachte. Manchmal hilft eben ein freundliches Lächeln mehr als jeder Fahrplan.

Zurück im Camp tauschten wir Paddel wieder gegen Motorradschlüssel und schlüpften erneut in unsere Motorradmontur. Anschließend führte uns die Strecke entlang der Moldau vorbei an Rožmberk nad Vltavou zurück nach Österreich. Über Bad Leonfelden ging es schließlich auf bekannten Straßen wieder nach Reichenau im Mühlkreis.

Das Abendessen wurde diesmal à la carte serviert. Die Auswahl war zwar etwas kleiner, dafür schmeckten die Speisen umso besser, und alle wurden bestens versorgt.

Als die Sonne langsam hinter den Hügeln verschwand, wartete schließlich noch ein Programmpunkt, auf den wir uns bereits am Vorabend gefreut hatten: das versprochene Lagerfeuer. Diesmal klappte es perfekt. Und tatsächlich wurde es mit Einbruch der Dunkelheit überraschend kühl. So rückten wir mit Jacken und Pullovern bewaffnet näher an die wärmenden Flammen heran.

Der Abend verging mit vielen netten Gesprächen, herzhaftem Lachen und ein wenig Musik. Die Stimmung war entspannt, herzlich und genau so, wie man sich einen gelungenen Tag unter Motorradfahrerinnen vorstellt. Und wie schon am Vorabend wurde es wieder etwas später, bis wir schließlich zufrieden und voller schöner Erinnerungen in unsere Betten krochen.

Ein Tag, der gezeigt hat, dass WIMA nicht nur auf zwei Rädern unterwegs ist – manchmal führen die schönsten Abenteuer auch aufs Wasser.
Ob auf dem Motorrad oder im Kanu – gemeinsam unterwegs zu sein, neue Erfahrungen zu sammeln und dabei jede Menge Spaß zu haben, macht die besondere Atmosphäre unserer WIMA-Treffen aus. Der Tag auf der Moldau wird vielen von uns noch lange in Erinnerung bleiben – nicht nur wegen der traumhaften Kulisse, sondern auch wegen der vielen kleinen Abenteuer, die wir gemeinsam gemeistert haben.

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