Ein Blick zurück

Eine eMail der Archivarin von WIMA International hat vor ein paar Tagen einen Schatz in meine Mailbox gespült.
Es sind die Aufzeichnungen von der ersten in und von Österreich veranstalteten WIMA Rally aus dem Jahr 1969!!
Stattgefunden hat diese Rally im beschaulichen Ampflwang in OÖ und war eigentlich eine Notlösung auf Grund einer Verschiebung aus der damaligen CSSR (heute Tschechien und Slowakei) nach Österreich.
Wir vermuten auf Grund der Nachwehen des Prager Frühlings.

Hier der Originaltext (aus dem Engl. übersetzt):

KONTINENTALE DIVISION WIMA RALLYE 1969 (AMPFLWANG, ÖSTERREICH)
Von Capt.Ellen Pfeiffer übersetzt von Anke Eve Kimmel

Es muss LIDA sehr weh getan haben, dass wir die WIMA-Rallye 1969 von der CSSR nach ÖSTERREICH verlegt haben, denn LIDA, die immer alles perfekt organisiert hat, hatte schon in CERVENA alles organisiert und wir mussten nur noch nach CERVENA fahren. Ich weiß jetzt, dass sie uns verziehen hat, denn sie ist tatsächlich nach ÖSTERREICH gekommen und hat sogar einige ihrer Freunde mitgebracht. Sie alle trugen zum Erfolg unseres jährlichen CONTINENTAL DIVISION RALLY-Festes bei!
Der Treffpunkt war am 17. August das kleine Dorf AMPFLWANG in ÖSTERREICH. Es kamen viele Mädels, die den Alltag für ein paar Tage vergessen wollten, um mit ihren Bikes auszutoben. Die Campingbegeisterten hatten ein Feld (Wiese) gleich hinter dem GASTHAUS STEHRER für sich alleine. Dank der perfekten Organisation von CHRISTA SPATHE funktionierte das ganze Treffen in seinen zeitlichen Abläufen einwandfrei.
Zunächst gab es einen Geländeritt durch sehr unwegsames Gelände. Die Runde musste zweimal absolviert werden. Die Mädchen fuhren und hievten ihre schweren Rennräder elegant um den Kurs und niemand war überrascht, JANA als Siegerin zu sehen. Sie schaffte es, ihre Trial JAWA ohne Punktabzug um den Kurs zu bringen und zeigte dabei großen Stil. Sie fuhr auch die schnellste Zeit und ließ den Rest der Gruppe hinter sich.

Wir alle haben unser Bestes gegeben, um eine sportliche Show zu bieten und wurden durch den frenetischen Applaus der Zuschauer belohnt. An dieser Stelle möchte ich die gute Betreuung erwähnen, die uns der AMPFLWANG Motorrad Verein zukommen ließ.
An diesem Abend gab es ein opulentes Abendessen und einen Empfang durch den AUSTRIAN MOTOR SPORTS (OSK) OPERATING DIRECTOR, ROLF ARNOLD, der uns mit seiner fröhlichen Art willkommen hieß und uns sagte, wie stolz er sei, die W.I.M.A. zum ersten Mal in ÖSTERREICH zu haben.

Am nächsten Tag fuhren wir nach SALZBURG und besuchten eines der dortigen Salzbergwerke. Die Fahrt nach SALZBURG war ein Erlebnis für alle, die die alpine Landschaft lieben. Als wir am Bergwerk ankamen, war es gerade geschlossen, weil es von vorangegangenen Besuchern überfüllt war.
Wir entschieden uns, nicht zu warten und machten eine höchst erheiternde Fahrt um die Alpenseen der Region -, ATTERSEE, MONDSEE, WOLFGANGSEE und FUSCHLSEE. Das herrliche Wetter sorgte für gute Laune und es wurde bis spät in die Nacht hinein gealbert und gelacht.

Am Mittwoch hatten wir eine Orientierungsfahrt. Nach einer Karte mussten mehrere sehr kleine Dörfer angefahren werden. Überall waren Kontrollpunkte installiert. Gewinnen würde, wer die geringste Anzahl von Kilometern brauchte, um alle Punkte abzudecken. Es war eher ein großer Spaß als harter Sport. Es stellte sich heraus, dass wir alle 9 Kontrollpunkte gefunden haben.
Der 10. wartet hoffentlich nicht mehr darauf, dass jemand vorbeikommt. So teilten wir die gewonnenen Punkte unter uns auf und ließen den Abend mit Plaudern und Sitzen am Lagerfeuer ausklingen.

Am nächsten Tag besuchten wir die Glasbläserei und es gelang uns in BAD ISCHL endlich unser Salzbergwerk zu sehen. Wir fuhren den ganzen Tag, erfüllt mit dem Wissen, woher das Salz kommt und wie es abgebaut wird. Auf langen Bänken wurden wir in das Bergwerk gefahren. Im Inneren des Bergwerks konnten wir uns voll und ganz dem Studium der Salzbergbaukunde widmen und waren in unseren Bergbau-Outfits für alle möglichen Erkundungen gerüstet.
Nach diesem actionreichen Tag krochen wir früher als gestern in unsere Schlafsäcke, denn am nächsten Tag mussten wir zur alles entscheidenden Punktezählung für die Meisterschaft starten.

Es handelte sich um eine Art Mini-Rallye. Die Aufgabe bestand darin, aus den Großbuchstaben von Städten oder Dörfern in der Umgebung das Wort “STEHRER” zusammenzusetzen. Je weniger Kilometer man dafür brauchte, desto mehr Punkte gab es. Jeder machte seine geheimen Pläne, nur um dann fast alle anderen an fast den gleichen Stellen zu finden! Eigentlich trafen wir uns dort nicht, weil wir in Abständen starteten, aber bei der abschließenden Kontrolle stellten wir fest, dass fast alle von uns die gleiche Route gewählt hatten! Trotzdem waren die Ergebnisse eindeutig genug, um zu entscheiden, wer der Gesamtsieger der WIMA RALLY ist.
Es war CHRISTEL BERG. Seit Jahren hatte sie sich um diese Meisterschaft bemüht, und endlich war sie da! Sie konnte nun endlich das große Stück Hardware mitnehmen! Wie nützlich war der große Korb, der in JUGOSLAWIEN gekauft wurde, um die Trophäe mit nach Hause zu nehmen.
Die Trophäe für die längste Fahrt nach AMPFLWANG war ein von ROLF ARNOLD gestifteter Teller und ging an JANET, die auch die jüngste Teilnehmerin war. JANA wurde mit Trophäen geradezu überschüttet. Tatsächlich hatten wir so viele schöne Geschenke, dass CHRISTA viel zu tun hatte, um alles richtig zu verteilen.
TRAUDL freute sich sehr über den Pokal für den letzten Platz, überreicht von unserer INT. PRÄSIDENTIN LOUISE. Diese Trophäe war so schön, dass ich denke, dass wir bei unseren zukünftigen WIMA-Rallyes einen heftigen Wettbewerb um den letzten Platz haben werden.

Natürlich sind die erreichten Platzierungen bei einem solchen Treffen keineswegs ein Merkmal für das allgemeine fahrerische Können eines bestimmten Mädchens – es ist vielmehr eine Hilfe, um alle Trophäen und Geschenke überzeugend zu verteilen. Deshalb gebe ich keine abschließende Liste bezüglich der Platzierungen, sondern sage nur, wer anwesend war und auf welchem Fahrzeug, und hoffe, dass alle von ihnen und noch andere gerne nächstes Jahr wiederkommen werden.
Janet auf einer Honda aus England
Jana ” Jawa ” CSSR
Lida ” CZ ” CSSR
Christel ” BMW ” Deutschland
Traudl ” Bultaco ” Österreich
Maria ” Puch ” Österreich

Sollte jemals wieder eine internationale Rally in Österreich stattfinden, haben wir jetzt eine “Bauanleitung” dafür. 🙂

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